Wohnungssuche als Zeitarbeiter

Wohnung mieten mit Zeitarbeitsvertrag?

Bei dem Wort “Zeitarbeitsvertrag” schrillen bei Vermietern oft sofort die Alarmglocken. Kurze Verträge, niedrige Gehälter und häufige Arbeitslosenzeiten sind Faktoren, die sie bei der Vermietung einer Wohnung an Zeitarbeiter befürchten. Das bekommen Arbeitnehmer, die sich in Zeitarbeit befinden, bei der Wohnungssuche zu spüren. Doch stimmt es, dass Wohnungssuchende mit einem Zeitarbeitsvertrag keine Wohnung bekommen? Und welche Risiken gehen Vermieter ein, wenn sie an einen Zeitarbeiter vermieten?

Zeitarbeit

© Oliver Schiefbahn

 

 

 

 

 

 

Was ist Zeitarbeit?

Zeitarbeit beschreibt den Umstand, dass ein Arbeitnehmer von einer Firma an eine andere für eine bestimmte oder unbestimmte Zeit entliehen wird. Daher wird sie häufig auch als Leiharbeit bezeichnet. Der Arbeitnehmer ist also bei der Zeitarbeitsfirma angestellt, arbeitet aber in einem anderen Unternehmen. Der Begriff der “Zeit” ist dabei etwas irreführend. Zeitarbeit bedeutet nicht, dass der Arbeitsvertrag nur für eine bestimmte Zeit gilt. Viele Zeitarbeiter haben unbefristete Tarfiverträge. Wenn ein Unternehmen sie nicht mehr benötigt, werden sie von der Zeitarbeitsfirma als ihr Arbeitgeber an ein anderes Unternehmen “verliehen”. Oft werden Zeitarbeiter aber auch von dem Unternehmen, in dem sie die Arbeitsleistung erbringen, übernommen.

Hinweise zur Wohnungssuche für Zeitarbeiter

Zeitarbeiter fühlen sich bei der Wohnungssuche Menschen mit “normalen” Arbeitsverträgen gegenüber benachteiligt. Das muss jedoch nicht sein. Vor allem mit unbefristetem Zeitarbeitsvertrag haben sie bei der Wohnungssuche dieselben Chancen wie andere Mieter auch. Die folgenden Tipps helfen, die Wohnungssuche zu erleichtern:

● Vermieter möchten Mieter mit gesicherten Einkünften. Wer die hierfür nötigen Bescheinigungen parat hält, erweckt einen seriösen Eindruck. Meistens sind die letzten drei Einkommensnachweise und/oder der Arbeitsvertrag gefragt. Diese Unterlagen haben Zeitarbeiter genauso, wie jeder andere auch.
● Wer von vornherein eine Mietschuldenbefreiung vom alten Vermieter vorlegt, kann so nachweisen, dass er keine Mietschulden hat und seinen Pflichten als Mieter nachkommt.
● Eine SCHUFA-Auskunft wird nicht immer gefordert und nicht immer als aussagekräftig angesehen. Wer sie von vornherein vorlegen kann, erweckt dennoch Vertrauen.

Wer gerade erst eine Anstellung in einer Zeitarbeitsfirma erhalten hat und daher umziehen muss, nur für eine kurze Zeit vor Ort ist oder sich noch in der Probezeit befindet, findet auch in sogenannten Monteurwohnungen eine zeitweise Unterkunft.

Wohnung an Zeitarbeiter vermieten

Wer eine Wohnung an einen Zeitarbeiter vermieten und sichergehen möchte, einen zuverlässigen Mieter zu erhalten, sollte auf jeden Fall die oben aufgelisteten Dokumente im Original einsehen und die Angaben mit denen im Personalausweis vergleichen. Hinsichtlich des Arbeitsvertrages ist von Interesse, ob dieser befristet oder unbefristet ist. Als Faustregel zur Höhe der Miete im Verhältnis zum Einkommen gilt, dass die Miete maximal ein Drittel des Einkommens ausmachen sollte. Manche Zeitarbeitsfirmen mieten Wohnungen für ihre Zeitarbeiter. Dann ist Mieter die Zeitarbeitsfirma und bezahlt direkt die Miete an den Vermieter. Der Mietvertrag wird dann mit der Zeitarbeitsfirma geschlossen und alle Forderungen sollten direkt an diese gestellt werden.

Für manche Vermieter ist die Vermietung sogenannter Monteur-Unterkünfte interessant. Hierbei kann es sich um Unterkünfte für Monteure in Zeitarbeit oder um Monteure mit “regulären” Arbeitsverträgen handeln. Interessant ist dies beispielsweise für Besitzer von Ferienwohnungen auẞerhalb der Saison. Hierbei kann es nötig werden, ein Gewerbe anzumelden und einen Beherbergungsvertrag anstelle eines Mietvertrages abzuschlieẞen. Das ist dann erforderlich, wenn Vermieter Leistungen anbieten, die über die reine Vermietung hinausgehen. Das kann das morgendliche Frühstück sein, aber auch das Waschen der Handtücher oder Bettwäsche.

Eine Meinung:

  1. Marius Feldermann

    Wenn die Frage nicht gerade aufkommt, muss der Immobilienmakler ja gar nicht unbedingt wissen, in welchem Angestelltenverhältnis der Mieter ist. Einfach sagen „ich arbeite dort und da sind die drei Einkommensnachweise“ reicht bestimmt in vielen Fällen aus. Ich habe bei meinem regionalen Immobilienmakler in Nordhorn zwar angegeben, in welchem Arbeitsverhältnis ich war, aber der spätere Vermieter hatte da gar nicht weiter nachgefragt. Deshalb mein Tipp: Als Mieter erweckt man alleine dadurch einen sehr seriösen Eindruck, dass man einen Makler beauftragt, der für einen sucht. Natürlich hat man dann Maklerkosten, aber die nimmt man doch gerne in Kauf, wenn man damit die Probleme bei der Wohnungssuche minimieren kann. LG!

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