Mietnomaden – eine Gefahr für Vermieter?

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14.02.2013

Mietnomaden – die will kein Vermieter!

Laut Wikipedia sind Mietnomaden Personen, die “in eine Mietwohnung einziehen, ohne die entsprechende Miete zu entrichten und nach Aufdeckung in die nächste Mietwohnung ziehen, ohne die Mietschulden zu begleichen.” 
Sprachlich finde ich den Begriff politisch nicht korrekt, da er Nomadenvölker mit Kriminellen gleichsetzt. Aber er hat sich im deutschen 
Sprachgebrauch durchgesetzt.

Mietnomaden_Bankauszug

© Rolf Liedke

Wer seine Miete nicht bezahlen kann, hat entweder finanzielle oder soziale Probleme oder womöglich eine kriminelle Absicht. Im ersten Fall kann sicher mit dem Mieter gesprochen und eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Zum Beispiel wäre es möglich, einen Antrag auf Wohngeld zu stellen. (Bitte sehen Sie hierzu Wohngeldantrag.de. Hier wird es eingehend erklärt.) Sollte der Mieter aber wirklich darauf aus sein, seine Miete zu prellen, sollte man ihm schleunigst kündigen.

Die rechtliche Lage

Der Vermieter kann dem zahlungsunwilligen Mieter fristlos kündigen. In diesem Fall greift § 543 Außerordentliche fristlose Kündigung aus wichtigem Grund, Abs. 2 Nr. 3a BGB.
Kündigen kann der Vermieter wenn …

…“der Mieter
a) für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Verzug ist oder
b) in einem Zeitraum, der sich über mehr als zwei Termine erstreckt, mit der Entrichtung der Miete in Höhe eines Betrages in Verzug ist, der die Miete für zwei Monate erreicht.“

Das heißt, dass man dem sogenannten Mietnomaden zwar fristlos kündigen kann, ihn aber damit noch nicht aus der Wohnung hat. Sollte er also trotz Kündigung noch in dem Mietobjekt wohnen, bleibt dem Vermieter nur der Weg zum Amtsgericht des Bezirks, in dem sich das Mietobjekt befindet und eine Räumungsklage zu erheben. Ein Rechtsbeistand ist hier von Vorteil aber nicht zwingend notwendig. Solch eine Räumungsklage kann sich allerdings ziehen, auch wenn das neue Mietrecht für einen schnelleren Ablauf bei Räumungsklagen sorgen soll.

Wie groß ist der Schaden, wie groß die Gefahr?

Wenn sich Mietschulden, Gerichts- und Räumungkosten kumulieren, kommt schnell ein fünfstelliger Betrag zusammen, von Ihrer vergeudeten Zeit ganz zu schweigen.

Wie viele sogenannte Mietnomaden gibt es in Deutschland? Hier gehen die Zahlen wohl eher von Schätzungen aus und variieren zwischen 200 gemeldeten Fällen und 30.000 umherziehenden Mietprellern. Die wirklich dokumentierten Fälle sind weitaus geringer, als es die Boulevardpresse haben will. Also kein Grund zur Panik, wohl aber zur Vorsorge.

Vorbeugemaßnahmen

Streben sie ein vertrauensvolles Mietverhältnis an! Auch wenn Sie in der Situation sind, die Wohnung dringend vermieten zu müssen. Es ist immer besser, genau zu wissen, mit wem man es als neuem Mieter zu tun hat. Lassen Sie sich von Ihrem zukünftigen Mieter eine freiwillige Selbstauskunft geben und prüfen Sie seine Bonität. Halten Sie sich aber bitte an die Regeln. Das bedeutet, dass Sie nur Auskünfte abfragen sollten,…

"... die den Mieter – nach dem Grundsatz von Treu und Glauben gemäß § 242 BGB - 
nicht in seinen Rechten verletzen."
Quelle: http://www.mietrecht-hilfe.de/mietvertrag/selbstauskunft-des-mieters.html

Sollte er dies jedoch verweigern, ist Vorsicht geboten. Man mag das als Kontrollwahn missverstehen, aber Sie würden Ihr Auto auch niemandem verleihen, den Sie nicht kennen. Vermieten Sie also Ihre Wohnung oder Ihr Haus auch an niemanden, über den Sie nicht ein paar grundlegende Dinge wissen!
Es gibt mittlerweile auch Versicherungen, die Mietausfälle und Vandalismus durch Mietnomaden ersetzen. Machen Sie sich mit einer Googlesuche selber schlau! Hier kann und möchte ich Ihnen keine Empfehlung aussprechen.
Googlesuche: Mietausfallversicherung Schutz gegen Mietausfälle und Mietnomaden

Sind Sie schon Opfer von Mietprellern geworden? Schreiben Sie uns doch einen kleinen Kommentar.

Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Zusammenfassung und keine rechtliche Beratung.

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