Immobilienportale, die Gefahren bei der Wohnungssuche

Die neue Mietwohnung findet man im Internet in den Immobilienportalen

Das mag wohl sein, aber wo genau? Und was versteckt sich alles in einem sogenannten Online-Exposé? Sind Immobilienportale wirklich das optimalste Werkzeug für die Wohnungssuche?

Internet Immobilienportale und die Gefahren

© Rolf Liedke

 

 

 

 

 

Ja, die Immobilienportale unterstützen die Wohnungssuche in einem sehr hohen Maße. Allein durch die Filtermöglichkeit ergeben sich ganz neue Perspektiven. Natürlich ist die Wohnungssuche im Internet nichts Neues. Im Gegensatz zu einer Anzeige in den Printmedien können nicht nur mehrere Bilder, Grundrisse und weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt werden, auch der Anteil des Beschreibungstextes für das Objekt ist enorm.

Allerdings ist dies alles kein Garant dafür, auch glücklich und zufrieden die Suche abschließen zu können, wie Frau Christa Nehls hier in unserem Interview berichtet.

Die Filter

Wer einfach drauf los sucht, hat mit ziemlich vielen Angeboten zu kämpfen. Wer die Möglichkeit der Filtersuche ausgiebig nutzt, findet recht zeitnah das Objekt seiner Begierde. Die Ergebnisse unterliegen natürlich regionalen Schwankungen. In einer 500 Seelen-Gemeinde ist die Ausbeute geringer als in einer Millionen-Metropole.
Mein Tipp: Zu Beginn die Filter exakt auf seine Wunschimmobilie abstimmen und je nach Ergebnis immer weiter lockern. Alle „nice to have“ Punkte Stück für Stück löschen, und die Anzahl der Suchergebnisse wird steigen. Leider machen nicht alle Vermieter oder Makler viele Angaben. Zusätzlich ist die Qualität der Filtereinstellung von Portal zu Portal unterschiedlich. Wer bei der Wohnungssuche keinem Zeitdruck unterliegt, hat die Möglichkeit sich bei neuen Inseraten per Mail benachrichtigen zu lassen. Hier bieten sich zwei, drei verschiedene Filtereinstellungen an, je nach Toleranz und Objektwunsch. Auf einigen Portalen kann man sich sogar nur die privaten Inserate anzeigen lassen. So kann man erst diese abgrasen, bevor man sich den Makler-Inseraten widmet. Falls dies ein Kriterium sein sollte.

Was geht, was geht nicht?

Eine umfangreiche Angabensammlung ist natürlich perfekt und auch viel Arbeit für den Anbieter. Daher sind die meisten Anzeigen eher etwas kurz und knapp gehalten; Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Also, je mehr Infos, desto besser. Die Aufgabe des Suchenden ist es allerdings, die Anzeigen auch komplett zu lesen. Meist verstecken sich wichtige Details am Schluss der Anzeige. Wer zu viele Wohnungen anklickt und gleich eine Kontaktaufnahme aufgrund der Überschrift und des Titelbildes vornimmt, verliert schnell die Übersicht und wirkt gegenüber dem Anbieter nicht als „echter“ Sucher.

Das Ding mit der Provision: Vermittelt ein Immobilienmakler eine Wohnung, so ist er berechtigt, eine entsprechende Vermittlungsprovision (Courtage) zu verlangen, wenn es zu einem Mietvertrag kommt. Diese ist vom Gesetzgeber auf 2,38 Monatskaltmieten inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer begrenzt. Weder der Hausverwalter, noch der Eigentümer selbst dürfen diese Provision vom Mieter verlangen. Wer dies macht, begeht eine Ordnungswidrigkeit, welche hart bestraft wird. Selbst in Ballungszentren und Regionen, in denen Wohnungsknappheit herrscht, sollte in einem solchen Fall kein Auge zugedrückt werden.

Anders ist es da schon bei zusätzlichen Angeboten. Leider werden oft Küchen und Waschmaschinen zur Bedingung gemacht. Dabei hat der Vermieter in keinster Weise ein Recht dazu. Hier wird in einigen Teilen Deutschlands richtig abgezockt. Was soll ich mit dieser alten, häßlichen Küche für diesen viel zu hohen Preis? Die Küche gehört entweder dem Vormieter, dann soll er auch sehen, was er damit anstellt oder dem Vermieter, und dann ist die Nutzung als kleines Entgelt in der Miete enthalten. Aber den Kauf an die Anmietung der Wohnung zu koppeln, geht gar nicht.

Klar sollte jedem sein: Im Vorfeld kein Geld überweisen! Die Vermieter, die sich gerade im Ausland aufhalten und die vollmöblierte High-End-Wohnung der Tochter für 450€ all in anbieten, sind genauso wenig echt, wie die Wohnung selbst. Seien Sie selbstkritisch! Das Mega-Angebot kann es durchaus geben, allerdings sollte der Ablauf bis zum Mietvertrag absolut transparent vonstattengehen und mindestens durch eine oder zwei Besichtigungen im Vorfeld abgerundet sein.

Wohnraum

Die Bauordnung der einzelnen Bundesländer unterscheidet sich hier nur in Details. Wohnraum ist allerdings mehr als nur vier Wände und eine Decke. Gerade ausgebaute Dachböden, Kellerräume und Souterrain-Wohnungen werden gerne vermietet und gemietet, da sie oft etwas preiswerter pro Quadratmeter sind. Auch hier gilt wieder: Augen auf! Wenn ich in einem Raum nicht stehen kann oder dieser kein Fenster besitzt, sollte man sich vom Vermieter einen genehmigten Bauplan zeigen lassen, in dem diese Fläche als Wohnfläche ausgewiesen wird. Wichtig ist der Stempel des Bauamtes. Finger weg, wenn dieses Unterlage nicht vorliegt!

Die Preise

Das sollte alles in einem Online-Exposé enthalten sein oder zumindest in einem Telefonat schnell geklärt werden können:

  • Kaltmiete – Einfachmiete ohne Nebenkosten, zu zahlen an den Vermieter
  • Nebenkosten- Betriebskosten der Wohnung (je nach Heizungsanlage mit oder ohne Heizkosten, sollte separat ausgewiesen sein), zu zahlen an den Vermieter
  • Stellplatz / Garage – wenn extra ausgewiesen, zu zahlen an den Vermieter
  • Heizkosten- Bei Etagenheizung meist nicht in den Nebenkosten enthalten, zu zahlen an den Versorger
  • Strom – zu zahlen an den Versorger
  • Kaution – höchsten drei Monatskaltmieten ohne Mehrwertsteuer, zu zahlen an den Vermieter
  • Provision – höchstens 2,38 Kaltmieten inkl. der Mehrwertsteuer, zu zahlen an den Makler

Wir wünschen viel Erfolg bei der Wohnungssuche. Wem bei der Suche etwas nicht ganz klar ist oder sogar etwas Illegales vermutet, schreibt uns einen Kommentar! Wir schauen uns das an.

Deine Meinung

+ 64 = 65