Elementarschadenversicherung bei Mietwohnugen

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14.06.2013

Hochwasser hinterlässt verheerende Schäden an Häusern und Wohnungen. Was kann wie versichert werden?

Die Versicherung, die hier greift, hat den sperrigen Namen Elementarschadenversicherung.

Bild zeigt Häuser, zum Teil unter Wasser und Person mit Eurozeichen.

© Rolf Liedke

Was ist eine Elementarschadenversicherung?

Grundsätzlich ist die Elementarschadenversicherung ein Zusatz zu Ihrer Gebäude- oder Hausratversicherung. Eine  Pflicht für diese Versicherung gibt es heute nicht mehr. In der früheren DDR gab es die Monopol-Pflichtversicherung. Nach der Wende wurden die ehemals DDR-Versicherten von der Allianz übernommen – zum Glück der Anwohner von Oder und Elbe.

Wer zahlt?

Das ist ganz einfach. Der Vermieter zahlt die Versicherung des Gebäudes und der fest verbauten Dinge wie Rohrleitungen aber auch Einbauküchen (je nach dem, wem die Küche gehört). Der Mieter versichert die darin beweglichen Güter, siehe Hausratversicherung. Jedoch ist die Vermieterversicherung auf die Nebenkosten umlagefähig.

Brauche ich das?

Diese Frage müssen Sie sich selbst beantworten. Die Frage ist, wie hoch ist Ihr Risiko. Die Elementarschadenversichrung deckt nicht nur Hochwasserschäden, sondern auch:

Die einzelnen Gefahren können auch sogenannten Sublimiten unterliegen. Das heißt, dass unter Umständen bei Hochwasser nicht die gesamte Versicherungssumme ausgezahlt wird. Achten Sie hierbei besonders auf sie Selbstbeteiligung . Hier unterscheidet man zwischen absoluter und prozentualer Selbstbeteiligung, wobei sich bei großen Schäden die absolute für den Verbraucher mehr auszahlt.  Prüfen Sie das “Kleingedruckte”, bevor Sie Verträge abschließen, gerade wenn Sie in gefährdeten Gebieten wohnen.

Was kostet das?

Wenn Sie die Elementarschäden versichern können, und das ist nicht unbedingt gesagt, richten sich die Preise nach der Gefahrenklasse. Hier ein Auszug aus der Wikipedia:

  • GK 4 – statistisch einmal in 10 Jahren ein Hochwasser

  • GK 3 – statistisch einmal in 10–50 Jahren ein Hochwasser

  • GK 2 – statistisch einmal in 50–200 Jahren ein Hochwasser

  • GK 1 – statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre ein Hochwasser

GK = Gefahrenklasse

Diese Gefahrenklassen liegen Ihrer Versicherung vor und können sich im Einzelfall von Straßenzug zu Straßenzug oder von Objekt zu Objekt unterscheiden. Bei hohen Gefahrenklassen müssen Sie einen Erhebungsbogen ausfüllen, um Ihr spezielles Objekt und dessen Gefahr zu beschreiben. Im Extremfall bekommen Sie bestimmte Schäden wie Hochwasser in hohen Gefahrenklassen gar nicht mehr versichert.

Natürlich richtet sich der Beitrag auch nach Wert und Größe des Gebäudes. Die jährlichen Beiträge kann man nicht pauschal angeben. Erfragen Sie das bei Ihrer Versicherung.

Was sollte ich im Schadenfall beachten?

Sie haben eine so genannte Schadenminderungspflicht. Tun Sie alles, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Zum Beispiel entfernen Sie aus fest verbauten Anlagen, wie Heizungsanlagen die Steuerelemente. Dokumentieren Sie alles mit Fotos und Listen. Schmeißen Sie nichts weg, auch wenn sich der Schutt im Vorgarten stapelt. Rufen Sie bei der Versicherung an, und lassen Sie sich eine Schadensnummer geben. Folgen Sie den Anweisungen Ihrer Versicherung. Versuchen Sie Ihren Versicherungsvertreter vor Ort zu bekommen, dass auch dieser sich ein Bild vom Schaden machen kann. Nur so können Sie auch eine angemessene Entschädigung erwarten.

Was ist, wenn ich kein Geld von der Versicherung bekomme?

Die Versicherung hat nicht gezahlt? Hinterfragen Sie das. Waren alle Angaben richtig? Womöglich waren Sie falsch oder unterversichert und können das in den Verträgen für die Zukunft ändern.

Es gibt noch die Möglichkeit, eine außergewöhnliche Belastung bei Ihrer Lohnsteuer geltend zu machen und so einen Steuernachlass zu bekommen.

Für einen Wiederaufbau stehen unter Umständen auch günstige Kredite zur Verfügung.

Die Deutschen Versicherer haben auf ihrer Seite umfangreiche Informationen zum Thema zusammengestellt.

 

Ich bedanke mich bei Herrn Rudolf Schmitz vom Servicebüro der Allianz in Römerberg für seine fachkundige Unterstützung. Sollten Sie Fragen haben, können Sie sich gern an Herrn Schmitz direkt wenden:

rudolf.schmitz@allianz.de
www.agentur-rudolfschmitz.de

Nachtrag (19.09.2014)

Zum o.g. Thema (Speziell Hochwasser) möchten wir noch eine Infografik nachliefern. Nutzen Sie bitte den folgenden Link
http://www.finanzen.de/gebaeudeversicherung/hochwasser-infografik

Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Zusammenfassung und keine rechtliche Beratung.

2 Meinungen:

  1. Sascha van Gelderen

    Immer wieder wird im Zusammenhang mit der Elementarschädenversicherung von einer eventuellen Versicherungspflicht gesprochen. Dies lehnt die deutsche Versicherungswirtschaft jedoch ab. So hat der der Vorsitzende der GDV (Gesamtverband deutscher Versicherer) sich dahingehend geäußert, dass mit einer Versicherungspflicht die Anreize für einen aktiven Flutschutz ab adsurdum geführt würden.

    In der Praxis stellt sich eine Versicherungspflicht sowieso als nicht umsetzbar raus. Entweder besteht keine (konrekte) Hochwassergefahr für ein Gebäude oder aber die konkrete Hochwassergefahr sorgt für nicht zu bezahlende Versicherungsbeiträge.

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