Die Immobilienmakler

Immobilienmakler – Partner für den Moment?!

Da ist er, der Moment, den fast jeder kennt. Eine neue Wohnung soll gefunden werden. Die Suche beginnt und dann das. Die meisten Anzeigen sind von Immobilienmaklern. Und jetzt?

Makler überreicht Mieter Haus.

@ Rolf Liedke

Die Sicht des Mieters

Die Suche nach einer neuen Wohnung sollte sich natürlich über sämtliche Medien und möglichst viele Immobilienportale erstrecken. Schnell wird klar, dass die Immobilienmakler den Markt in der Hand haben, gerade in den Ballungszentren und den Millionen-Metropolen. Der Immobilienmakler übernimmt die Aufgabe des Vermieters, und am Ende der Suche soll der Mieter die Zeche zahlen. Sie werden diesen Umstand nicht ändern und die Politik ebenfalls nicht (persönliche Anmerkung). Also packen Sie es richtig an und machen Sie den Immobilienmakler zu Ihrem Partner. Da der Makler als neutraler Vermittler einen Auftrag vom Vermieter entgegen genommen hat, ist er auch für Sie als kompetenter Ansprechpartner da. Nutzen Sie das Wissen des Maklers und vor allem das Wissen über die Wohnung. Fragen Sie dem Makler Löcher in den Bauch und Sie bekommen alle Antworten, die sich durch eine erste Besichtigung nicht ergeben (z.B. die Verbrauchsdaten der Vormieter). Lassen Sie sich den Mietvertrag erklären und achten Sie darauf, dass Sie bei der Wohnungsübergabe unterstützt werden.

Wichtiges in Kürze

– Vergewissern Sie sich, dass die Immobilienmakler im Auftrag des Vermieters handeln, falls Sie Zweifel haben. Diese können entstehen, wenn gleich eine ganze Armee von Maklern ein und die selbe Wohnung bewerben. Fragen Sie bei online-Anzeigen ohne Bild unbedingt nach Details zu der Wohnung.
– Bei einer Nachmietersuche muss der Makler vom Vermieter beauftragt sein. Stimmt sich der Makler lediglich mit dem Vormieter ab, handelt er ohne Auftrag, und das ist eine Ordnungswidrigkeit.
– Die Rechnung der Immobilienmakler (maximale Höhe bei Vermietung 2,38 Nettokaltmieten) ist bei Zeichnung des Mietvertrages fällig. Auch wenn Schlüssel- und Wohnungsübergabe erst ein oder zwei Monate später erfolgen.
– Hey, fragen Sie den Vermieter, ob er nicht die Hälfte der Provision übernimmt. Die Kosten, die jetzt auf Sie zukommen sind eh schon immens hoch. Keine Angst, allein für die Frage werden Sie nicht verurteilt.

Die Sicht des Vermieters

Sie möchten Ihre Immobilie vermieten und können sich nicht selbst darum kümmern? Dann macht es durchaus Sinn, einen Immobilienmakler mit dieser Aufgabe zu betrauen. Der Makler kennt sich mit der Thematik bestens aus und wird den richtigen Mieter für Sie finden. So der „soll“-Zustand. Bei vielen Vermietern steht oft die Frage im Raum: Für welchen Immobilienmakler soll ich mich entscheiden? Wer ist der oder die Richtige und woran erkenne ich das?

Um aus der Vermietung Ihrer Immobilien kein Desaster werden zu lassen, kann es hilfreich sein, die folgenden Punkte zu beachten:

– Laden Sie drei bis vier Makler ein, die Ihnen am Telefon angenehm begegnen und nicht gleich alles Mögliche versprechen oder gar den perfekten Mieter bereits in der Tasche haben.

– Im persönlichen Gespräch versuchen Sie zu erkennen, wie der Makler auf Sie und eventuell auf die Interessenten wirkt. Ist er aufgeschlossen, herzlich, beherrscht er die Sprache und hat er Wortwitz?  Kurz – ist er ein angenehmer Gesprächspartner? Seien Sie sich sicher, dass er  durch überhebliches Getue keine adäquaten Mieter vergrault .

– Lassen Sie sich die komplette Vorgehensweise erklären! Was beinhaltet sein Service?: In welchen Zeitungen und Internetportalen inseriert er? Wie inseriert er, nutzt er eine ausführliche Beschreibung oder reicht ihm ein Einzeiler? Hat er einen großen Kundenstamm? Wie umfangreich sind die Exposés? Lassen Sie sich ruhig ein Beispiel-Exposé zeigen! Lässt er die Bonität der Interessenten prüfen? Wo hat der Immobilienmakler seinen Sitz, gibt es eventuell auch jemanden in der Nähe? Wie lange ist er schon am Markt? Vielleicht möchten Sie auch Newcomern eine Chance geben? Hat er das, was er macht, bereits gelernt oder fängt er gerade an?

– Macht er Ihre Wünsche zu seinem Auftrag? Lassen Sie sich erklären, ob er verstanden hat, worum es Ihnen geht, was Ihnen am wichtigsten ist!

– Wenn Sie sich für einen Makler entschieden haben, dann lassen Sie ihn bitte seine Arbeit machen. Wenn Sie zusätzlich inserieren, verwirrt das nur die Interessenten und der Makler bleibt möglicherweise auf seinen Kosten sitzen.

– Ein Immobilienmakler ist ausreichend! Kommt dieser nach einer gewissen Zeit zu keinem Ergebnis, können Sie ihn immer noch austauschen. Aber bitte, lassen Sie nicht unzählige Makler Ihr Objekt bewerben. Das schadet nur. Im Übrigen halte ich persönlich Makler, die bei so etwas mitmachen für unseriöse Hoffnungsmakler, die nur ihre Provision und nicht die Ziele von Mieter und Vermieter in den Vordergrund stellen.

2 Meinungen:

  1. Sven Rösner

    Ein toller Beitrag!
    Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es wichtig ist, dass der Vermieter die Courtage selbst trägt. Er hat den Makler beauftragt und der Makler arbeitet NUR im Sinne des Auftraggebers. Es ist ein Unding, dass der Besteller (noch) NICHT für seine Bestellung bezahlt.

    Wer gute Mieter haben möchte, muss auch was dafür tun. In Mieter-Märkten geht man schon dazu hinüber Bodenbeläge, Anstrichfarbe und Küche dem Mieter in die Wohnung zu stellen! Ich kann nur jedem Vermieter raten seinen Mieter als Kunde zu betrachten – auch die muss man bei Laune halten!

    Makler, die in einer Besteller-Regelung einen Angriff auf das eigene Geschäftsmodell sehen, sollten das eigene Modell nochmal überdenken!

    Ich freue mich auf die Regel. Sie wird den Markt aufräumen!

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    1. Rolf LiedkeRolf Liedke

      Hallo Herr Rösner,

      das freut uns vom Mieteblog, dass Sie als Makler das so sehen.

      Und danke für’s Folgen auf Google+
      Rolf Liedke

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